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BRK-Kreisvorstand ringt um Erhalt: Finanzierungslücke der Beratungsstellen für seelische und soziale Gesundheit bleibt unüberwindbar - Gespräch mit Ministerium geplant

Der 20-köpfige ehrenamtliche Vorstand des BRK-Kreisverbandes Würzburg hat sich in seiner Sitzung am vergangenen Montag erneut mit der drohenden Schließung der Beratungsstellen für seelische und soziale Gesundheit in Würzburg, Kitzingen und Ochsenfurt zum 31. Dezember 2025 befasst. 

Vorausgegangen waren nochmalige intensive Gespräche mit dem Bezirk Unterfranken zur Finanzierung der Beratungsstellen und auch Überlegungen wie und ob die Beratungsstellen von anderen Trägern übernommen werden könnten.

Trotz aller Bemühungen, Abwägungen und von mehreren Vorstandsmitgliedern vorgetragener Argumente konnte bis dato keine mehrheitsfähige Lösung gefunden werden, um den Betrieb über diesen Zeitpunkt hinaus zu sichern. 

„Die geplante Schließung der Beratungsstellen des Sozialpsychiatrischen Dienstes ist für uns als BRK ein äußerst schmerzhafter Schritt“, betonte der BRK-Kreisvorsitzende, Landrat Thomas Eberth. „Ich hätte mir eine andere Entscheidung gewünscht“. Grund für den Beschluss des BRK-Kreisvorstandes, die Beratungsstellen zu schließen, ist die finanziell schwierige Situation der BRK-Familie in Stadt und Landkreis Würzburg. Das BRK hat mittlerweile einen Sanierungsausschuss gebildet, der defizitäre Bereiche wie die Altenheime, die Tagespflegen, die Kita-Einrichtungen und alle Dienste kritisch überprüft, um Kosten zu sparen, Einnahmen zu erhöhen und das Defizit zu reduzieren. Jährlich mussten zuletzt etwa 50.000 € an Spenden und Mitgliedsbeiträgen aufgebracht werden, um das Defizit der sozialpsychiatrischen Beratungsstellen abzudecken. „Auf Dauer ist es sonst ohne weitere finanzielle Mittel nicht möglich, das breite Leistungsspektrum des BRK beizubehalten. Insgesamt hat der BRK-Kreisverband in den vergangenen 20 Jahren rund eine Million Euro Mitgliedsbeiträge und Spenden in die sozialpsychiatrischen Beratungsstellen investiert. Leider fallen uns immer mehr Fördermitglieder weg, das Spendenvolumen sinkt und viele Themen wie z.B. die Altkleidersammlung bringen keine Einnahmen mehr. Um unseren wichtigen anderen Leistungen der Sozialarbeit, der Jugendarbeit oder des Katastrophenschutzes nicht zu gefährden, sind deshalb auch schmerzliche Einschnitte notwendig,“ so Eberth und BRK-Kreisgeschäftsführer Oliver Pilz.

BRK-Bezirksgeschäftsführer Harald Erhard hat in der Vorstandssitzung eindringlich auf die ernste finanzielle Situation des Kreisverbandes hingewiesen: „Wenn wir die Beschlüsse zu konkreten Maßnahmen nicht zeitnah umsetzen und sich die Bilanzkennzahlen des Kreisverbandes noch stärker verschlechtern, wird die Gefahr groß, dass der Kreisverband als Sanierungsfall eingestuft wird und somit auch andere nicht-refinanzierte Angebote eingeschränkt werden müssen.“

Trotz der schwierigen Situation bleibt das BRK bestrebt, andere essenzielle Angebote für psychisch erkrankte Menschen zu erhalten. „Es ist uns gelungen, unsere Tageszentren für seelische und soziale Gesundheit in Würzburg und Kitzingen, das ambulant betreute Wohnen sowie Zuverdienstprojekte wie das Café Perspektive weiterzuführen“, erklärte BRK-Kreisgeschäftsführer Oliver Pilz. „Parallel dazu stehen wir bereits in Gesprächen mit anderen Trägern, um eine möglichst nahtlose Übernahme der Beratungsstellen zu ermöglichen, da uns die Sicherstellung einer zukünftigen Versorgung psychisch kranker Menschen ein wichtiges Anliegen bleibt.“ 

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention hat das BRK mit Schreiben vom 13. März zu einem Austausch eingeladen, um „ergebnisoffen mögliche Lösungen für den anzustrebenden Erhalt der Beratungsstellen“ in Würzburg, Kitzingen und Ochsenfurt auszuloten. Das Gespräch soll im April stattfinden.

„Insofern steht zwar die mehrheitliche Entscheidung des BRK-Kreisvorstandes, aber sowohl die Gesprächsbereitschaft des Bezirks Unterfranken, der Termin mit dem Ministerium, der Austausch mit anderen Trägern und die segensreiche Arbeit, die die Kolleginnen und Kollegen im Sozialpsychiatrischen Dienst leisten, stimmt mich noch etwas hoffnungsvoll, dass eine gute Lösung nach dem 01.01.2026 entwickelt werden kann“, so der Vorsitzende Thomas Eberth. 


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