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BRK und Sozialministerium auf Lösungssuche für die sozialpsychiatrische Versorgung – neue Konzepte und neue Finanzierung?

Die drei Beratungsstellen des Sozialpsychiatrischen Dienstes des BRK Kreisverbandes in Ochsenfurt, Kitzingen und Würzburg werden mit Wirkung zum 31.12.2025 geschlossen. Der Beschluss ist dem 20köpfigen Vorstand unseres Kreisverbandes äußerst schwergefallen. Zuletzt hat der vom BRK Vorsitzenden, Herrn Landrat Thomas Eberth, engagiert vorgetragene Appell die Beratungsarbeit zunächst fortzuführen, innerhalb des Vorstandes keine Mehrheit gefunden. 

Die finanziell sehr schwierige Situation des BRK hat zu diesem schmerzhaften Beschluss geführt. Auch in mehreren intensiven Gesprächen mit dem Bezirk Unterfranken konnte keine finanzielle Lösung für den Fortbestand der Beratungsstellen gefunden werden. Inzwischen hat das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention für April zu einem Austausch über mögliche Lösungen für den Erhalt der Beratungsstellen eingeladen.

Die Medien haben die beschlossene Schließung aufgegriffen und damit unsere intensiven Bemühungen unterstützt, die finanziellen Rahmenbedingungen zu verändern. Auch haben uns viele persönlich gehaltene Mails, Anrufe und Briefe um die sozialpsychiatrische Versorgung besorgter Bürger erreicht. Sie machen uns sehr betroffen und betonen zugleich, welch wichtigen Beitrag die Sozialpsychiatrische Dienste im Rahmen der ambulanten Versorgung psychisch kranker Menschen leisten. 

Der BRK-Kreisverband Würzburg musste einen Sanierungsausschuss bilden, der auch weitere defizitäre Bereiche wie die Altenheime, die Tagespflegen, die Kita-Einrichtungen und alle Dienste kritisch überprüft, um Kosten zu sparen, Einnahmen zu erhöhen und das Defizit zu reduzieren. Jährlich mussten zuletzt etwa 50.000 € an Spenden und Mitgliedsbeiträgen aufgebracht werden, um das Defizit der sozialpsychiatrischen Beratungsstellen abzudecken. Leider verzeichnen wir, wie auch andere Wohlfahrtsverbände und Hilfsorganisationen, einen Rückgang von Fördermitgliedern und Spenden, ein Zeichen der insgesamt schwierigen Zeiten.

Als BRK-Kreisverband Würzburg erleben wir ausgerechnet im Jahr unseres 150jährigen Jubiläums vielleicht unsere schwierigste Zeit seit dem 2. Weltkrieg. Dennoch setzen wir alles daran, andere essenzielle Angebote für psychisch erkrankte Menschen zu erhalten. So ist es uns gelungen, die Tageszentren für seelische und soziale Gesundheit in Würzburg und Kitzingen, das ambulant betreute Wohnen sowie Zuverdienstprojekte wie das Café Perspektive weiterzuführen.

Auch wenn wir als Rotes Kreuz finanziell nicht mehr in der Lage sein werden, die Beratungsstellen des Sozialpsychiatrischen Dienstes zu betreiben, sind wir zuversichtlich, dass ein anderer Träger die für psychisch Kranke und deren Angehörigen wichtige Arbeit fortführen wird. Wir haben dazu mehrere Gespräche mit dem Bezirk Unterfranken und anderen Wohlfahrtsverbänden gesucht. 

Herzlich danken wir für die in den letzten Wochen erfahrene Unterstützung und die teilweise sehr persönlichen Zeilen vieler Bürger. Besonders danken wir auch unseren 3.000 ehrenamtlichen und 400 hauptamtlichen Mitarbeitern für ihr Engagement in der Pflege, der Sozialarbeit, dem Rettungsdienst, dem Katastrophenschutz und der Jugendarbeit in Stadt und Landkreis Würzburg!


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